Die Unsicherheit und Nervosität vor dem ersten Date – wer kennst sie nicht. Ein ersten Date ist immer aufregend und wirft so einige Fragen auf: Wo soll das Date stattfinden? Über was soll ich mich mit meinem Date unterhalten? Welche Gesprächsthemen vermeide ich lieber? Und was sind absolute No-Gos? LANDmadla hat mit der zertifizierten Knigge-Trainerin Cindy Seifert aus Marktredwitz gesprochen.

Wie wichtig ist gutes Benehmen beim ersten Date?

Gutes Benehmen hat jedenfalls noch nie jemandem geschadet. Schlechtes schon. Die Frage ist: Was ist gutes Benehmen eigentlich? Das hängt davon ab, mit wem wir es zu tun haben, welche Beziehung wir zu dieser Person haben, welcher Anlass beziehungsweise Ort es ist, wie unsere eigene Rolle in dieser Beziehung ist und manchmal bedeutet es auch, für den anderen mitzudenken, zum Beispiel bei der Wahl des Restaurants.

Auf was kommt es beim ersten Date an?

Ob man jemanden sympathisch findet oder nicht, entscheidet sich innerhalb weniger Sekunden. 55 Prozent entfallen hier nur auf die Einschätzung aufgrund des Äußeren. Mag man jemanden, verzeiht man auch die ein oder andere kleine „Sünde“ zum Beispiel bei der Tischetikette. So ist es also erst einmal wichtig, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Dieser wird dann positiv, wenn das Auftreten und Verhalten den Erwartungen entspricht. Lächeln wird immer als positiv und sympathisch empfunden.

Und wie überzeuge ich mein Gegenüber jetzt von mir? Wie kann ich punkten?

Das ist ja immer etwas sehr Individuelles. Meine allgemeinen Tipps lauten: Pünktlichkeit, ein dem Anlass und Ort entsprechendes Äußeres, zuhören, im Gespräch Interesse bekunden, Humor und Charme an den Tag legen – wenn vorhanden – und authentisch und aufmerksam sein.

Was sind dahingegen absolute No-Gos?

Im Allgemeinen werden Unpünktlichkeit, Desinteresse, indem ich zum Beispiel die ganze Zeit das Handy im Blick oder in der Hand habe, und Unaufmerksamkeit, indem ich jemandem die Tür vor der Nase zufallen lasse oder Ähnliches, als absolute Date-Killer empfunden. Die ganze Zeit nur von sich erzählen, macht es dann auch nicht besser.

Jetzt sind wir ja in Franken. Hier wird Fränkisch gesprochen. Darf ich meinen Dialekt voll ausleben? Auch wenn ich zum Beispiel weiß, dass mein Date nicht aus Franken kommt. Oder sollte ich ihn eher abstellen – auch auf die Gefahr hin, dann künstlich zu wirken?

Ich selbst bin ja auch Fränkin durch und durch. Ich finde es ok und auch gut, wenn man hört, woher ich komme – solange mich mein Gegenüber eben gut verstehen kann. Mein „fränkisches-R“ kann ich nicht abstellen und will es auch nicht. Aber man kann Worte nutzen, die allgemein verständlich sind, eine angemessene Sprechgeschwindigkeit wählen und aufmerksam sein, ob mein Gegenüber versteht, was man sagt. Hochdeutsch muss also nicht sein, künstlich sollte es nicht sein, aber eben verständlich.

Viele gehen beim ersten Date in ein Restaurant essen. Wo kann man hier überall ins Fettnäpfchen treten?

Tatsächlich ist es so, dass es zwei Bereiche gibt, bei denen der Tritt ins Fettnäpfchen besonders lange haften bleibt. Bei nicht angemessener Kleidung und bei Fehlverhalten im Restaurant. Und auch hier kommt es natürlich etwas darauf an, in welchem Lokal und mit wem man essen geht. Zum Beispiel gilt in manchen Kreisen anstoßen als anstößig. Im Biergarten ist das aber natürlich völlig ok.  Die Serviette nicht zu benutzen und/oder sie am Ende auf den Teller zu knüllen, zu schmatzen, mit vollem Mund reden, mit einem Arm auf dem Tisch flätzen, während man mit der anderen Hand das Besteck benutzt, kein Trinkgeld zu geben, das Handy benutzen usw. sind aber in jedem Restaurant – gleich ob in einem Wirtshaus oder einem 2-Sterne-Lokal – nicht angemessen.

Was gibt es beim Small-Talk alles zu beachten? Gibt es heikle Themen, die man eher nicht ansprechen sollte?

Es gilt, alles zu vermeiden, was zum einen negative Stimmung produzieren könnte oder deswegen heikel ist, weil aufgrund möglicher unterschiedlicher Ansichten kein Konsens erreichbar ist. In diese beiden Bereiche fallen zum Beispiel die Themen „Krankheit“, „Tod“, „Politik“ oder „Religion“. Auch polarisieren, nörgeln und lästern ist kontraproduktiv. Bei einem Small-Talk handelt es sich um eine schnell gestartete, einfache und vor allem konfliktlose Konversation. Es soll Zeit überbrückt und dabei, im besten Fall, noch positive Stimmung erzeugt werden. Von daher ist das Thema „Wetter“ nicht trivial, sondern gut als Einstieg geeignet. Denn darüber kann jeder sprechen. Offene Fragen – also „wer?“, „wie?“, „wo?“, „was?“ und „wann?“ – eignen sich besser als solche, die mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten sind. Kommunizieren Sie mit jemandem, der gerne spricht, freuen Sie sich und hören zu, signalisieren Sie Interesse und fragen nach. Haben Sie es mit einem eher ruhigen Charakter zu tun, nutzen Sie die W-Fragen, zum Beispiel um über die Region zu plaudern aus der er/sie kommt. Finden Sie einen „common ground“.

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