Den Körper entgiften und neue Energie sammeln. Doch wie stellt man das am besten an? Das Internet liefert prompt die Antwort: Detox. Doch auch da gibt es die verschiedensten Varianten. Wir haben mal das etwas unbekanntere Detox-Yoga für dich ausprobiert.

Ich sitze im Schneidersitz auf meiner Yogamatte. Mein Rücken ist gerade, die Hände liegen locker auf meinen Oberschenkeln und ich schließe meine Augen. Ich atme tief durch die Nase ein und aus – ohne bewusst einzugreifen. „Stell dir vor, dass du mit jeder Ausatmung den ganzen Stress von heute und alle negativen Gedanken loswirst“, flüstert die Stimme von Yoga-Lehrerin Jenifer Wenger durch den Raum. Ein schöner Gedanke nach einem anstrengenden Arbeitstag! Diese geführte Bauchatmung soll den Körper und den Geist entspannen. Perfekt, um anzukommen und sich auf die Yoga-Stunde einzulassen. „Die intensive Bewegung des Zwerchfells massiert die Verdauungsorgane, was den körperlichen Entgiftungsprozess unterstützt“, erklärt Jenifer aus Westheim.

Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Die erfahrene Yoga-Lehrerin zeigt mir sechs weitere Übungen, mit denen ich es schaffen soll, meinen Körper zu entgiften. „Doch neben dem Yoga spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle“, erklärt Jenifer. Kein Zucker, kein Weißmehl, keine Zigaretten und kein Kaffee: Okay. Zigaretten sind für mich kein Problem, da ich noch nie geraucht habe. Aber Tage ohne Kaffee? Da tun mir meine Arbeitskolleginnen jetzt schon leid…Stattdessen soll ich grünen Tee und stilles Wasser trinken, an die frische Luft gehen und Sauerkraut essen – das sei ein super Sauber-Macher. „Und Schlaf ist sehr wichtig.“ Naja, wenigstens den letzten Punkt kann ich ohne Probleme einhalten.

Drehbewegungen sind besonders wirksam

Voller Motivation gehe ich meine zwei Detox-Yoga-Wochen an. Mein Plan: Unterm Tag auf Kaffee verzichten, viel Wasser und Tee trinken und Zucker sowie Weißmehl so gut es geht weglassen. Abends nach der Arbeit mache ich dann immer eine Dreiviertelstunde bis Stunde die Übungen, die Jenifer mir für das Detox-Yoga empfohlen hat – natürlich gibt es da noch viele andere. Aber ich probiere es damit mal aus. Die Übungen für das Detox-Yoga sind alle mit geringem Körpereinsatz verbunden. In den Workouts spielen vor allem Drehbewegungen und viele Übungen im Sitzen eine Rolle. Dadurch sollen Bauchorgane, die der Entgiftung dienen, wie Leber, Niere und Darm, angeregt werden. Auch körpereigene Glückshormone sollen durch die Übungen produziert und das Immunsystem gestärkt werden. Ganz wichtig bei den Übungen: Einatmen und Ausatmen – aber das hat sich ja schon ganz zu Beginn angekündigt. Und im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten freue ich mich wirklich auf meine abendliche Yoga-Stunde.

Wie fühlt sich Entgiftung eigentlich an?

Schon nach den ersten vier Tagen merke ich, dass mir die Übungen gut tun – auch wenn ich von der Entgiftung jetzt noch nicht allzu viel spüre, aber ich fühle mich wohler. Besonders die Übungen mit einem Twist tun mir richtig gut. Bei der Übung „Lunge mit Twist“ beispielsweise kniet man mit dem rechten Bein auf der Matte, den linken Fuß setzt man vorne ab. Die rechte Hand drückt man fest in die Matte und löst die linke Hand vom Boden. Der Oberkörper dreht sich einatmend zur linken Seite auf. Der linke Arm und der Blick gehen nach oben zur Decke. Das Ganze 5 bis 8 Atemzüge halten, danach wechseln. „Wenn wir twisten werden Leber, Milz und Nieren kräftig angeregt und besser durchblutet“, erklärt Jenifer. Dadurch sollen Gifte den Körper leichter verlassen. Klingt logisch! Gar keine Frage. Doch es ist schwierig, etwas von der Entgiftung zu spüren. Wobei ich mich gerade frage, wie sich das überhaupt anfühlt?

Was ich definitiv sagen kann: Ich fühle mich nach den zwei Wochen deutlich fitter, mobiler und wacher. Auf Weißmehl zu verzichten fiel mir nicht schwer, schließlich gibt es wahnsinnig leckere Alternativen aus Dinkelmehl – egal ob Brot oder Nudeln. Ganz im Gegenteil zu meinem Kaffee – darauf kann und werde ich nicht verzichten. Und noch etwas steht fest: Yoga werde ich definitiv weitermachen. Es tut mir einfach wahnsinnig gut. Einfach mal abschalten, das tägliche Chaos vergessen und seinem Körper etwas Gutes tun – egal ob mit oder ohne Entgiftung.