Schon Kaiser Heinrich II. gab Bamberg den Namen „das fränkische Rom“, weil es auf sieben Hügeln erbaut wurde und ihm ähnlich prachtvoll erschien. Die übrigen Facetten der Stadt sind genauso zahlreich: Von der UNESCO 1993 zum Weltkulturerbe erklärt, ist sie auch heimlicher Anwärter für den Titel Bierhauptstadt Deutschlands. Sogar ein bisschen Italien kann man an den Flussufern der Altstadt entdecken – besser bekannt als Klein Venedig.

10 Uhr: Wir beginnen unseren Tag auf einem der sieben Hügel, dem Michelsberg, mitsamt dem namensgebenden Kloster darauf. Von den Gärten der Anlage kann man den Blick über ihre Weinberge und die gesamte Altstadt bis weit in das Bamberger Umland schweifen lassen. Wer außerdem noch etwas mehr über die Kultur des Bierbrauens lernen möchte, kann im Winter als Gruppe eine Führung durch das fränkische Brauereimuseum im Innenhof des Klosters buchen. Auf den fünf Ebenen im Inneren lässt sich alles rund um den Werdegang des flüssigen Goldes in Erfahrung bringen. Außerdem lernt man, dass in den Bamberger Wirtshäusern schon zwei kleine Buchstaben genügen, um ein bestimmtes Bier zu bestellen („a U“).

Fränkisches Brauereimuseum, Michelsberg 10f,  96049 Bamberg (Mehr Infos unter www.brauereimuseum.de)

Vom Michelsberg ist es nur ein kurzer Fußmarsch zum berühmtesten der sieben Hügel, dem Domberg. Hier finden wir nicht nur den Dom, sondern auch die Alte Hofhaltung und die Neue Residenz, die vor beträchtlicher Zeit die alten Bamberger Fürstbischöfe beherbergte. Gegen einen geringen Eintrittspreis kannst du einen Blick in die über 40 prachtvoll ausstaffierten Räume des Schlosses werfen. Im Innenhof der Residenz findest du den Rosengarten, von dessen Brüstung man die vielen schrägen Dächer der Altstadt bewundern kann.

Eintrittspreise: Rosengarten frei; Neue Residenz 4,50 €

Ein Urlaubstag in Bamberg13 Uhr: Am Fuß des Dombergs sind wir schon mitten in der historischen Altstadt angekommen. Die vielen verwinkelten Gassen sind gespickt mit Antiquitäten-Geschäften, die einmal mehr den geschichtsträchtigen Charakter der Stadt beteuern. In den übrigen Läden lässt sich wunderbar bummeln und vielleicht noch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk finden. An manchen Tagen wabert ein süßlich-malziger Geruch durch die Luft, der von den beiden örtlichen Mälzereien stammt. Insgesamt beliefern diese zehn familiengeführte Brauereien in der Stadt. Für eine ordentliche Stärkung solltet ihr unbedingt eine der drei nähergelegenen Brauereien mit Gaststube aufsuchen, in deren urigen Schankräumen ihr mit deftiger fränkischer Kost verpflegt werdet. Das berüchtigte Rauchbier ist nicht für jedefrau: Einheimische Zungen behaupten, dass man erst nach dem dritten Seidla so richtig auf den Geschmack kommt.

15 Uhr: Gut gesättigt nutzen wir die letzten hellen Stunden des Tages für einen Spaziergang in die Natur. Dazu laufen wir ausgehend vom Alten Rathaus durch das ehemalige Mühlenviertel in Richtung des Bamberger Stadtparks Hain. Unterwegs kommen wir am Künstlerhaus Villa Concordia vorbei, in der nicht nur Ausstellungen, sondern auch Lesungen und Konzerte stattfinden. Der Hain selbst zieht sich bis an die Spitze der Insel, die zwischen dem Fluss Regnitz und dem Main-Donau-Kanal liegt. Ihr könnt einem der Wege durch die Bäume zum Botanischen Garten folgen und dabei Pavillons, Denkmäler und kleine Tempel entdecken. Beim Rascheln des Laubes unter den Füßen vergisst man glatt die Nähe zur Innenstadt. Wenn bei frostigen Temperaturen der große Teich im Botanischen Garten zugefroren ist, vergnügen sich die ansässigen Kinder oft mit Schlittschuhen bei einer Partie Hockey.

Ein Urlaubstag in BambergTipp: Dass Bamberg malerisch schön ist, durfte es auch schon mehrmals als Filmkulisse unter Beweis stellen, zum Beispiel in den Klassikern „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Das Sams“. Zu Letzterem gibt es sogar eine Stadtführung des Bamberger Tourismus Büros, in der Groß und Klein die Originalschauplätze kennenlernen und mehr zu den Filmen und Büchern über das sympathische Fabelwesen erfahren!

17 Uhr: Zurück in der Innenstadt könnt ihr euch mit einer Dosis Koffein und Kuchen überall rund um den Grünen Markt aufwärmen. Hier werden außerdem von Montag bis Samstag die Stände des Wochenmarktes aufgebaut, die viele regionale Produkte, auch der Bamberger Gärtner, anbieten. Nur wenige Schritte weiter findet auf dem Maximiliansplatz vor dem „neuen“ Rathaus den ganzen Dezember über der Weihnachtsmarkt statt. Bei ein oder zwei Tassen Glühwein lassen wir hier den Tag in gemütlicher Atmosphäre ausklingen.