„Das geht – wenn man bestimmte Regeln dabei beachtet: Das Ganze sollte diskret geschehen. Ich darf das Objekt meiner Begierde nicht zu sehr bedrängen und muss erst einmal ausloten, ob der- oder diejenige überhaupt interessiert ist. Und ich darf das vor den Kollegen nicht zu sehr ausbreiten, à la „den finde ich sooo toll“ oder „die mache ich jetzt mal an“. Wie gesagt, Flirten am Arbeitsplatz sollte diskret geschehen.

Außerdem gilt, dass ich erst einmal herausfinden muss, ob das Ziel meiner Begierde überhaupt „zu haben“ ist. Also nicht einfach drauflossteuern! Das könnte peinlich werden, denn man sieht sich ja schließlich jeden Tag.

Bekommt man eine Abfuhr, ist absolute Disziplin gefragt: Man sollte nicht anfangen, über den anderen herzuziehen oder versuchen, sich zu rächen – wozu man vielleicht geneigt ist, wenn man sich zurückgewiesen und gekränkt fühlt. Noch schlimmer ist es, wenn man eine Beziehung eingegangen ist, die dann in die Brüche geht. Auch dann sieht man sich ja jeden Tag. Und meistens ist es ja so, dass einer von beiden noch Gefühle für den anderen hat.

Kompliziert kann es werden, wenn ein Hierarchieunterschied zwischen den Partnern besteht. Auch hier gilt: äußerste Diskretion! Einem Vorgesetzten – und das ist ja meistens nach wie vor der Mann – wird ein Verhältnis mit einer Angestellten schnell als Ausnutzen der Macht ausgelegt. Andersherum gerät man rasch in den Verdacht, das ein oder andere in Kauf zu nehmen, um Karriere zu machen. Das ist ein ganz dünnes Eis, auf das man sich da begibt. Mein Tipp: Sollte man im selben Bereich arbeiten, unbedingt die Abteilung wechseln. Übrigens: Man ist zwar nicht verpflichtet, die Chefin beziehungsweise den Chef einzuweihen, aber es wirkt natürlich sehr professionell, wenn man für klare Verhältnisse sorgt. Das empfiehlt sich auch im Umgang mit den Kollegen – denn die merken sowieso, dass da etwas läuft!

Stimmen alle Voraussetzungen, braucht man natürlich noch eine gute Flirtgelegenheit: Einfach ist es, wenn man gemeinsam an einem Projekt arbeitet. Dann kann man beispielsweise versuchen, die Aufgaben noch mal durchzusprechen oder sich gegenseitig helfen. Ansonsten bieten natürlich der Kopierer oder die Kantine gute Möglichkeiten, ganz zwanglos miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Expertin: Yasmin Birk, Businessknigge-Trainerin

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