Diese Frage beantwortet uns Angela Dietz vom Kompetenzzentrum für Ernährung aus Kulmbach..

Ist Zucker wirklich so gefährlich?

Angela Dietz vom KErn in Kulmbach. Foto: privat

Wie viel Zucker sollten wir maximal am Tag zu uns nehmen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für alle Altersgruppen maximal 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr in Form des sogenannten „freien“ Zuckers zu sich zu nehmen. Mit freiem Zucker ist der Zucker gemeint, der bei der Herstellung, Zubereitung oder kurz vor dem Verzehr dazugegeben wird, außerdem der Zucker, der in Honig, Sirup und Fruchtsäften enthalten ist. Der in Obst, Gemüse oder Milch natürlicherweise enthaltene Zucker zählt nicht dazu. Für Erwachsene heißt das bis etwa 50 Gramm und für Kinder bis etwa 25 Gramm freien Zucker pro Tag.

Was ist das Gefährliche an dem normalen Haushaltszucker?

Das Problem ist, dass wir den meisten Zucker in versteckter Form aufnehmen: Etwa 80 Prozent aller Lebensmittel in den Regalen der Supermärkte enthalten Zuckerzusätze, ohne dass dies auf den ersten Blick ersichtlich ist. Viele dieser Lebensmittel wie Cerealien, Fruchtjoghurts, Milchgetränke oder Müsliriegel haben aufgrund geschickter Werbestrategien ein gesundes Image beim Verbraucher.

Was macht zu viel Zucker mit unserem Körper?

Die WHO hat aus verschiedenen Gründen eine Begrenzung des täglichen Zuckerkonsums ausgesprochen. Zucker fördert zum einen Karies, zum anderen liefern Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt viel Energie. Wird diese Energie durch ausreichend Bewegung nicht verbraucht, begünstigt dies das Entstehen von Übergewicht. Hinzukommt, dass Zucker ein „leerer“ Energieträger ist. Das heißt außer Energie liefert Zucker keine Vitamine, Mineralstoffe oder Ballaststoffe. Ein weiteres Problem ist, dass zuckerhaltige Lebensmittel nur eine kurze Sättigung bewirken und schnell wieder Hunger auftritt, die sogenannten Heißhungerattacken. Viele Menschen greifen dann wieder zu Süßem, wodurch ein Teufelskreis in Gang gesetzt wird.

Kann zu viel Zucker auch Krankheiten verursachen?

Zu viel Zucker ist mit bestimmten Gesundheitsrisiken verbunden. Besonders deutlich ist der Zusammenhang bei gezuckerten Getränken wie Limonaden mit bestimmten gesundheitlichen Problemen. Ihr Konsum führt bei zu wenig Bewegung zu einem höheren Körpergewicht und zu einem bis zu 40 Prozent gestiegenen Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Empfehlung lautet deshalb, so wenig gezuckerte Getränke wie möglich zu konsumieren oder am besten ganz darauf zu verzichten. Auch Fruchtsäfte sollten besser als Schorlen verdünnt mit Wasser getrunken werden.

Gibt es gesündere Zuckeralternativen zum normalen Haushaltszucker?

Es werden im Handel zwar Ersatzprodukte wie Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe und damit zubereitete Lebensmittel angeboten, die allerdings keine wirklichen Alternativen zum Haushaltszucker und damit hergestellten Produkten darstellen. Die alternativen Süßungsmittel sind zum Beispiel nicht alle hitzestabil, manche wirken bereits in geringen Mengen abführend oder sind im Hinblick auf die Umwelt bedenklich, da sie nicht vollständig abgebaut werden können. Da viele von uns an relativ viel Zucker „trainiert“ sind, ist es empfehlenswert, den Zuckerkonsum in kleinen Schritten zu reduzieren und damit auch das Bedürfnis nach Süßem zu senken.

Worauf sollte man achten, wenn man in seiner täglichen Ernährung Zucker reduzieren möchte?

Auf verpackten Lebensmitteln ist der Zuckergehalt in der Nährwerttabelle angegeben. Daran kann man sich gut orientieren, wenn man wissen möchte, wie viel Zucker in einem Produkt enthalten ist. Bei der Herstellung von Speisen kann die zugegebene Zuckermenge individuell dosiert oder durch die Verwendung von Obst auch ganz darauf verzichtet werden. Als Durstlöscher eignet sich hervorragend unser Leitungswasser, das je nach Geschmack mit Kräutern wie Minze oder Basilikum beziehungsweise auch mit Gurke, Zitrone oder Ingwer aufgepeppt werden kann.

Wie man seine Ernährung auf zuckerfrei umstellen kann? Zwei Familien aus Franken haben das gemacht. Wie es funktioniert und was sie zu erzählen haben, liest du auf landmadla.de