Mit einem strahlenden Lächeln öffnet Franziska Bauer ihre Haustür. Ein Lachen, das sofort ansteckt. Eine schwarze Hose mit silbernen Streifen, passend dazu graue Frühlingsschuhe, eine Blumenbluse und eine Jacke mit großen Knöpfen – die 31-jährige Fürtherin ist von Kopf bis Fuß durchgestylt. Alles, was sie trägt, passt perfekt zusammen. Das war aber nicht immer so: „Für Mode habe ich als junge Frau nie so das Gefühl gehabt, das muss ich zugeben“, sagt Franziska. Seit sie vier Jahre alt ist, ist sie schon immer etwas kräftiger. Sprüche von außen kommen da immer: Gerade als junge Frau – in der Schule oder im Studium – werde man öfters kritisiert. „Man hört schon immer mal Kritik. Wenn man am Strand ist, kommen oft blöde Sprüche. Aber ich glaube – egal ob man dick oder dünn ist, ob man ein schiefes Bein hat oder komische Haare – Sprüche kommen immer. Wenn du nicht in die Masse passt, fällst du auf.“ Sprüche dürfe man sich aber nicht so zu Herzen nehmen. „Alle Menschen haben Fehler. Schließlich ist ja nicht jeder perfekt“, meint Franzi. Das Wichtigste sei, sich so zu akzeptieren, wie man ist.

Tipps und Ratschläge in Sachen Mode

Bei Franzi war das ein längerer Weg. Erst als sie älter wurde, habe sie ein Bewusstsein dafür geschaffen. „Ich habe einfach gemerkt, dass ich mich auch schön kleiden, mich im Spiegel anschauen und mich schön finden will.“ Mit Kleidergröße 48/50 ist das aber nicht immer so einfach. Vor fünf Jahren hat sie dann einen Blog für kurvige Frauen gestartet und die Bedürfnisse von ihnen bemerkt: „Viele meiner Follower haben mich angeschrieben und wollten, dass ich ihnen Tipps und Ratschläge in Sachen Mode gebe“, erklärt die studierte Wirtschaftspsychologin. Und daraus entstand die Idee für ihren ganz besonderen Onlineshop: Auf cubell.de gibt es Plus-Size-Mode zum Wohlfühlen in den Größen 42 bis 52. Jedes Kleidungsstück, das es in dem Onlineshop gibt, hat Franzi selber ausgewählt und getestet. „Zu jedem Artikel gibt es eine Beschreibung, in der ich genau sage, wie die Teile sitzen, wie sie getragen und kombiniert werden können.“ Für die Produktfotos schlüpft Franzi sogar selbst in die verschiedenen Kleidungsstücke. „Mir ist es ganz wichtig, dass ich keine Models habe, sondern Frauen von nebenan, die genauso ausschauen, wie jeder andere auch. Damit kann man sich einfach besser identifizieren.“ Und eines ist Franzi besonders wichtig: die individuelle Beratung ihrer Kundinnen – egal ob über Whats-App, der Chatfunktion ihres Onlineshops, telefonisch oder persönlich.

Die persönliche Note als das gewisse Etwas

Bei ihren Kleidungsstücken hat Franzi ihre festen Marken, die sie immer bestellt. „Mir ist es wichtig, dass ich Marken habe, die schöne Mode machen, aber nicht überall rumhängen oder in Onlineshops bestellt werden können.“ Auch in Spanien ist sie öfters unterwegs, um in kleinen Läden exklusive Einzelteile für ihre Kundinnen zu shoppen, die modern und alltagstauglich zugleich sind. Nicht immer einfach, wie Franzi zugibt. „Es gibt zwar schon immer mehr Designer, die sich da verwirklichen und auch große Größen anbieten, aber es ist schon schwierig, schöne Plus-Size-Mode zu finden.“ In ihrem Onlineshop bietet die 31-Jährige Kleidung von Größe 42 bis 52 an. Größe 42 zählt schon als Übergröße, haken wir nochmal nach. „Eigentlich schon ab 38“, antwortet die Modeexpertin. „Ich habe aber gemerkt, dass man ab Größe 42 zwar noch in normalen Läden einkaufen gehen kann, aber die Schnitte passen dann oft nicht mehr.“ Und dann werde es schwierig, passende Kleidung zu finden.

Wie finde ich meinen Stil?

Zudem wüssten viele kurvige Frauen nicht, was sie mit sich anfangen sollen. „Bei mir selbst war das auch ein ziemlich langer Prozess, bis ich meinen Stil gefunden habe und auch wusste, wie ich meine Vorzüge hervorhebe und eben das, was ich nicht so gerne an mir mag, bisschen verstecke.“

Um ihren Kundinnen dabei zu helfen, hat Franzi auf einer Seite ihres Onlineshops eine digitale Problemzonenberatung eingerichtet. Großer Busen, kräftige Oberschenkel oder dicke Oberarme? Franzi hat für jede Form ein paar Tipps und Tricks parat. Erst vor kurzem hatte Franzi eine Kundin, deren Bauch etwas größer war. „Da sind A-Linien-Shirts unglaublich gut. An der Brust, wo sie etwas weniger hat, ist das Shirt figurbetonter und am Bauch wird es dann etwas weiter.“

Und auch für Frauen mit kräftigeren Oberschenkeln hat Franzi noch einen Tipp. „Wenn man schmale Waden hat, sollte man unbedingt Skinny-Jeans tragen – auch mit Kleidergröße 50/52 geht das gut.“ Und wenn man seinen Hintern dann doch lieber noch etwas verstecken will, rät Franzi zu einem längeren Oberteil. „Aber verstecken ist immer so eine Sache. Ich sage immer: Kaschieren ja, aber verstecken sollte man gar nichts. Man ist so, wie man ist.“