Mehr Akzeptanz und Toleranz – das wollen die Gründer des fränkischen Labels „Blak Fashion“ mit ihrer Mode erreichen. Mit ihren Statement-Shirts haben es Riccardo und Christian Anfang des Jahres dabei bis auf die Fashion Week nach New York geschafft. Eine Geschichte von zwei Franken, die hellwach sind für die Bedürfnisse anderer.

Riccardo ist 27 Jahre, Student und seit Ende letzten Jahres Jung-Unternehmer. Zusammen mit seinem Kommilitonen Christian hat er Ende 2017 im oberfränkischen Hof das Modelabel „Blak Fashion“ gegründet. Die Marke steht für Akzeptanz und Toleranz – zwei Dinge, von denen es laut den beiden in unserer Gesellschaft noch zu wenig gibt. Mit Statement-Shirts und Hoodies wollen sie das ändern.

Mode für einen guten Zweck

Produziert wird aktuell noch im oberfränkischen Schwarzenbach im Landkreis Hof. Die Gründer sind allerdings gerade dabei, eigene Büro- und Produktionsräume zu renovieren, sodass sie die Produktion bald vollständig auf sich umstellen können. Dabei ist ihnen eins besonders wichtig: Die Produkte bestehen zu 100 Prozent aus fairen Stoffen. „Wir sind für Gleichheit. Deshalb ist es uns wichtig, dass alles unter fairen Bedingungen hergestellt wird“, erklärt Riccardo, der kreative Kopf hinter „Blak Fashion“. Das Design ihrer Mode ist dabei eher schlicht gehalten. Ein weißes, schwarzes oder anthrazit-farbenes T-Shirt, vorne auf Brusthöhe das Logo und hinten im Nacken der Markenname. Keine Schnörkeleien oder sonstige Verzierungen. „Wir haben uns für ein minimalistisches Design entschieden, weil wir nicht durch ein ausgefallenes Design in den Köpfen der Menschen hängen bleiben wollen, sondern aufgrund unserer Message“, erklärt Riccardo. Und die ist eindeutig: „No Place for Hate“ – „Kein Platz für Hass“. Ergänzend dazu steht der Zensurbalken in ihrem Logo oberhalb des Schriftzugs für die Vorurteile, Unterdrückung und Unfreiheit weltweit. „Der Zensurbalken soll uns einen Spiegel vor Augen führen und zwar mit der Aussage ‚Wir sind alle wertvoll – Vergiss deine Vorurteile!‘“, so Riccardo.

Mit ihrer aussagekräftigen Mode treffen die beiden Franken dabei genau den Nerv der Zeit. Wenige Wochen nach der Gründung von „Blak Fashion“ werden sie von einem Fotografen im Netz auf ihre Mode angesprochen, der sie kurzerhand auf die New Yorker Fashion Week einlädt. „Anfangs dachte ich, dass sei ein Witz“, erzählt Riccardo. Doch der Fotograf aus Kalifornien meinte es tatsächlich ernst. „Man kann es kaum in Worte fassen. Als im Dezember 2017 die Einladung bei uns eintraf, dass wir mit unserem frisch gegründeten Modelabel nach New York fliegen sollen, waren wir absolut sprachlos“, blickt Riccardo zurück. Doch mit der Botschaft hinter ihrer Mode passten die Jungs perfekt zur politischen und gesellschaftlichen Lage Amerikas, wie ihnen der Fotograf erklärte.

Am 13. Februar war es dann soweit: Zusammen mit einem Fotografen flog Riccardo für eine Woche nach New York. Ein unvergessliches Erlebnis. Dort durften sie nicht nur als Gäste an der Fashion Week teilnehmen. Nein, es kam sogar noch besser! Sie bekamen tatsächlich fünf Minuten von der Show eines Jung-Designers, um ihre Mode zu präsentieren. „Wir hatten insgesamt sieben Models gebucht, die unsere Marke professionell zur Schau stellten“, erzählt Riccardo. Und auch wenn es nur ein Vor-Walk vor der eigentlichen Hauptshow war, war die Aufregung groß.

„Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich, wenn die Musik angeht und das erste Model losläuft. Das eigene Produkt auf der New York Fashion Week zu sehen – Ein Traum wird wahr.“

Darüber hinaus standen noch einige Fotoshootings und Gala-Abende auf dem Programm. Viel Zeit zum Schlafen blieb da nicht. Doch das war sowieso eher nebensächlich. Netzwerken und Kontakte knüpfen war angesagt, denn wann im Leben bekommt man schon so eine Chance. „Die Woche in New York war unglaublich spannend. Nicht nur, dass man einige Designer und Berühmtheiten kennenlernen durfte, sondern vor allem, dass sie von dir Kenntnis genommen und sich mit deiner Mode beschäftigt haben“, ist Riccardo noch immer begeistert. Eine Begegnung ist ihm dabei besonders im Gedächtnis geblieben: Und zwar als die Schauspielerin Blake Lively, die viele aus der TV-Serie Gossip-Girl kennen, ihn während der Michael Kors Show auf seine Mode angesprochen und ihn in seinem Vorhaben bestärkt hat. „Das war schon ein besonderes Erlebnis, wenn Blake Lively dir ein positives Feedback ausspricht“, erzählt Riccardo, der heute – drei Monate später – schon in der Planung des nächsten großen Projektes steckt: Eine Charity Veranstaltung.  Das Tolle an „Blak Fashion“ ist nämlich, dass es sich dabei um ein Non-Profit-Modelabel handelt. Das heißt, die Einnahmen aus dem T-Shirt- und Hoddie-Verkauf stecken die Gründer nicht in ihre eigene Tasche, sondern gehen an soziale Projekte. Mit dem Geld aus der Charity Veranstaltung, die Ende Oktober in der ehemaligen Textilstadt Hof stattfindet, will „Blak Fashion“ den Bau einer Schule in Uganda unterstützten. Warum Uganda? Hier kommt noch einmal New York ins Spiel. Denn dort haben sie neben Designern, Models und weiteren Stars und Sternchen auch einige Vertreter der Vereinten Nationen getroffen – unter anderem auch den Jugendbeauftragen der Vereinten Nationen für Uganda, Tony Ssembatya Kimbowa. „Während unserer Zeit auf der Fashion Week in New York haben wir uns einige Male mit Tony getroffen und über seine Bauvorhaben, das Land, die Kultur und seine Hintergründe gesprochen. So ist die Zusammenarbeit entstanden“, erzählt Riccardo.