Eigentlich schade um so manches alte Kleidungsstück, das jetzt ausgemistet in der Kleidersammlung landet. Stoffe sind kostbar, ein kunstvoll gesticktes Label ist ein prima Eyecatcher, und ein Stück aus einer alten Jeans kann in einer Kulturtasche ein neues Leben führen. Witzig kombiniert mit einem bunten Baumwollstoff.

Und so geht’s:

Schritt 1:

Für die Kulturtasche nur feste, nicht dehnbare Stoffe verwenden. Man kann Stoffreste so lange zusammennähen, bis sich eine ausreichend große Stofffläche ergibt (Nähte glattbügeln, Ränder gerade schneiden).

Schritt 2:

Das Innenleben der Kulturtasche kann entweder auch ein bunter Fetzen sein oder ein dünnes Wachstuch. Beides lässt sich gut mit der Nähmaschine nähen. Es braucht zwei gleich große Stoffflächen, je eine für den Innen- und den Außenbeutel. Die breite der Kulturtasche orientiert sich an der Länge des Reißverschlusses. Wie tief die Tasche wird, kann jeder selbst entscheiden.

Schritt 3:

Die Kulturtasche besteht aus zwei Beuteln, die so ineinander gesteckt werden, dass die Nähte aufeinander liegen und somit unsichtbar sind. Deswegen muss man sie auch nicht extra mit Zick-Zack-Stick versäubern – Zeit gespart! Der voluminöse Innenraum entsteht durch einen Kniff: Am Boden eines jeden Beutels, je rechts und links, die Längsnähte im 90 Grad Winkel so legen, dass ein Dreieck entsteht. Dann eine etwa 5 Zentimeter lange Quernaht setzen. Das Dreieck 5 Millimeter neben der Naht abschneiden.

Schritt 4:

Den Reißverschluss einzunähen, ist definitiv der schwierigste Moment, das braucht Geduld und vor allem Stecknadeln. Die beiden Beutel ineinander stecken, dass die Nähte aufeinander liegen. Oben an beiden Beuteln jeweils etwa 1 Zentimeter Stoffrand von außen nach innen und von innen nach außen umlegen. Nun wird der Reißverschluss (erst zugezogen) jeweils zwischen die Stoffwände geschoben und mit Stecknadeln festgesteckt. Auf der zweiten Seite öffnet man dann den Reißverschluss, so lässt er sich leichter feststecken.

Schritt 5:

Achtung: ein klein wenig Abstand zwischen Stoff und Reißverschluss lassen, damit sich der beim Zuziehen später nicht im Stoff verhakt. Im Zweifelsfall erst mal vor dem Nähen testen, wenn die Stecknadeln drin sind. Geht er gut auf- und zuzuiehen? Wenn’s passt, mit dem Reißverschluss-Fuß der Nähmaschine den Reißverschluss einnähen. Das ist tricky.

Krumme Nähte fabriziert? Ruhig bleiben. Hinter Perlen, Pailletten oder einer Borte fallen die gar nicht mehr auf.

Tipp: Wer verschieden dicke Stoffe wählt, der sollte in die Nähmaschine mindestens eine 80er oder gleich eine 90er Nadel einsetzen, die ist dicker und packt jede „Bodenwelle“. Genäht wird nur mit dem einfachen Steppstich (Länge 2 bis 2,5).

Tipp: Wer sich an den Reißverschluss nicht heranwagen will, kauft Klettband und steppt es oben rechts und links in die Innenseiten der Tasche.

Upcycling -<br>Kulturtasche aus Stoffresten