Wir sind unwürdig! Wer kennt sie nicht, die schöne Szene aus Wayne’s World, in der Wayne und sein bester Freund Garth sich vor dem leibhaftigen Alice Cooper backstage in den Staub werfen und ihren Rock‘n’Roll-Gott ergebenst anhimmeln. Der spielt gutgelaunt mit und hält ihnen – natürlich in  Herrscherpose – die lederbehandschuhte Rechte zum Handkuss hin. Ach, Verehrung macht schon Spaß! Besonders in der Gruppe. Eigentlich ausschließlich in der Gruppe. Denn das ist eines ihrer Hauptmerkmale, sagen die Psychologen. Überall da, wo wir gemeinsam singen, beten, hoffen und ähnliches, da ist die Verehrung mitten unter uns. Und mit etwas Glück oder Phantasie auch das Objekt unserer Verehrung. Das mit der Gruppe kann allerdings zum Problem werden: Die meisten Fanclubs und Glaubensgemeinschaften brauchen andere Fanclubs und Glaubensgemeinschaften, mit denen sie sich im besten Fall freundschaftlich messen, im schlimmsten bekriegen. Glücklich, wer den Drang, jemanden verehren zu müssen, nach der Pubertät ablegt.

Obwohl, wir selbst haben natürlich auch etwas davon: Durch das gemeinsame Verehren von Popstars oder anderen Kultfiguren sind wir Teil einer Jugendbewegung, sichern uns unseren Platz in der Herde und loten unser Wertesystem aus, ein zentrales Puzzlestück unserer Identität. In der Verehrung suchen wir uns nämlich selbst, stellte der Soziologe Max Weber fest. Au weia, und was ist, wenn wir am Ende dieser Suche feststellen, dass wir selbst das verehrungswürdigste aller Wesen sind? KLINGEL! Moment … Donald Trump ist am Telefon. Wie? Sie sind in love with yourself und das finden Sie great?! Yo, das kann man jetzt natürlich einfach mal so stehenlassen.  Aber, Mr. Trump, please tell us: Woran erkennt man einen Narzissten? „Very einfach: Du wirkst faszinierend auf deine Mitmenschen? Du bist charmant und hast eine Führungsposition inne? Du bittest um ehrliche Kritik, bist dann allerdings mächtig sauer auf deine Kritiker und beschimpfst sie? Ohne deinen genialen Beitrag kann das Team einpacken? Congrats: Du bist kein stupid Miesepeter, sondern ganz schön great!“ Ja … äh, danke, Mr. Trump. Apropos Miesepeter: Der gute alte Schopenhauer fand einst heraus, dass die Verehrung die Nähe nicht erträgt. Okay, also ich lege dann auf, Mr. Plump und krame lieber in meinen alten VHS-Kassetten nach der einen, auf der in Krakelschrift Wayne’s World I und II steht!

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