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Baden oder Duschen ist –  bis zu einer halben Stunde zu jeder Tages- und Nachtzeit erlaubt. Das Geräusch ein- und ablaufenden Wassers halten Gerichte nämlich für normal. Engt die Hausordnung Baden oder Duschen ein, greift das nicht. Selten gestattet ein Gericht ein Bade- und Duschverbot zwischen 23 Uhr und 5 Uhr.

Kinder dürfen sowohl ihren Bewegungsdrang als auch ausgelassenen Spieltrieb ausleben. Das gilt eingeschränkt auch für die Ruhezeiten. So jedenfalls das Amtsgericht Hamburg-Wandsbek (712 C 175/03). Lärm durch Babys oder Kleinkinder ist auch von 13 bis 15 Uhr erlaubt. Bei größeren Kindern sieht das schon anders aus… Hier wird ein gewisses Verständnis erwartet, auch wenn es Gerichte gibt, die schon einmal schreiben: „Ein Mehrfamilienhaus ist kein Kloster, Kinder können nicht wie junge Hunde an die Kette gelegt werden.“ (36 C 232/88, WM 88, 264). Das bezieht sich im Wesentlichen nur auf die Zeiten zwischen 8 und 20 Uhr. Die Zeit der Mittagsruhe ist jedoch ausgeschlossen. Also: Mittagsruhe einhalten – nur Kleinkinder und Babys haben hier „Welpenschutz“.

Hundegebell ist, soweit nur gelegentlich, von Nachbarn hinzunehmen. Gegen Dauerbellen kann wirksam Unterlassung und Mietminderung geltend gemacht werden.

Feste feiern kann ins Auge gehen. Es gibt hier keine Regel „einmal im Monat“ oder „zweimal im Jahr“. Hochzeit, Taufe, Kommunion, Firmung, dürfen schon gefeiert werden. Allerdings auch nicht bis „in die Puppen“. Ab 22 Uhr ist Zimmerlautstärke angesagt und vorher vielleicht ein vorbereitendes Gespräch mit den Nachbarn und ein „Piccolöchen“ als Entschädigung vorweg, dann klappt das auch mit den Nachbarn.

Heimwerken ist grundsätzlich erlaubt, soweit es nicht gewerbliches Ausmaß annimmt. Die Ruhezeiten sind zu beachten; hier sind bestenfalls leise Arbeiten möglich.

Musik hören gibt immer wieder Anlass zu Streit. Während der Ruhezeiten, auf Zimmerlautstärke zu beschränken.  In den übrigen Zeiten darf auch keine Belästigung beim Nachbarn ankommen.

Musizieren, sprich selbst Hand am Instrument anlegen, heißt: täglich bis zu zwei Stunden Spielzeit – außerhalb der Ruhezeiten – sind nach der aktuellen Rechtsprechung möglich. Einschränkung in Mietvertrag oder Hausordnung greifen nicht. Nur bei Schlagzeug, meinen Gerichte, dass eine halbe Stunde am Tag ausreichend sein muss.

Sexgeräusche: Das Amtsgericht Rendsburg meint, dass der Geschlechtsverkehr nicht mehr zum „normalen Mietgebrauch“ gerechnet wird, wenn das Paar dabei so laut ist, dass die Mitbewohner des Hauses nachts aufwachen (Az.: 18(11) C 766/94) durch lautes Gestöhne, Geschreie und Gerede“ oder, so das Amtsgericht Warendorf: im lauten „Stöhnen beim Sexualverkehr und durch dabei laut ausgestoßene Jippie-Rufe“ ist eine unzumutbare Belästigung der Nachbarn (Az.: 5 C 414/97) gegeben. Also Vorsicht 😉

Wie laut darf ich mich in meiner Wohnung vergnügen?

Thomas Kliemann, Bamberger Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und

Fachanwalt für Miet-  und Wohnungseigentumsrecht